Henne oder Ei – Was war zuerst da?

Henne oder Ei – Was war zuerst da?

Seit Jahrtausenden bereitet eine Frage verschiedensten Denkern aus Religion, Philosophie und Naturwissenschaft Kopfzerbrechen: Was war zuerst da – die Henne oder das Ei? Im ersten Augenblick hat es den Anschein, als könne es darauf gar keine eindeutige Antwort geben. Denn falls es eine erste Henne gegeben ha- ben sollte, die das erste Ei gelegt hat, dann muss diese Henne ja auch aus einem Ei geschlüpft sein. Das Ei wiederum kann nicht einfach aus dem Nichts gekommen sein, es muss von einer weiteren Henne gelegt worden sein. Diese Henne wäre dann die erste ihrer Art.

Woher kommt das Huhn?

In der Wissenschaft hängt die Beantwortung von Fragen immer davon ab, wie die verwendeten Begriffe definiert werden. Dreht sich die Problemstellung um Hennen und Eier, hängt die Lösung also davon ab, was man unter dem „erstem Ei“ versteht. Fakt ist: Vor Ei und Henne war der Dinosaurier da. Im Laufe der Evolution entwickelten sich aus den meterhohen Giganten die Hühnervögel – was für ein tiefer Fall! Es folgten Domestikation und Zucht und schließlich wurde aus dem Haushuhn ein Ei- und Fleischlieferant.

Dinosaurier auf Abwegen

Zwei Prozesse ermöglichten das Entstehen der Hühnervögel: Mutation der Gene und natürliche Selektion. Jedes Lebewesen einer Art besitzt eine einzigartige DNA als Träger seiner Erbinformationen. Diese Informationen bilden die Basis für die Entwicklung und die Eigenschaften des Lebewesens.

Als zwei Dinosaurier einer Art be- schlossen, sich fortzupflanzen, steuerte das Weibchen eine Eizelle und das Männchen Spermien bei. Damit die Erbanlagen miteinander kombiniert und an die Nachfahren weitergegeben werden können, muss vorerst die jeweils eigene DNA kopiert werden. Bei diesem Kopiervorgang kommt es jedoch immer zu Fehlern, die in die neue DNA übernommen werden. Diese Fehler nennt man Mutationen der vorherigen DNA. Sie äußern sich darin, dass die Träger der neuen DNA andere Eigenschaften haben und sich anders entwickeln, als ihre Vorgänger. Sie sind dann eventuell besser oder schlechter an ihre Umwelt angepasst. Verschaffen ihnen die Mutationen Eigenschaften, die ihnen die Anpassung erleichtern, besitzen sie eine größere Chance sich fortzupflanzen. Die nützlichen Gene werden weitergegeben und der Prozess startet erneut. Jene Lebewesen, deren Mutationen ihnen keinen Vorteil oder sogar einen Nachteil verschaffen, können sich nicht fortpflanzen und sterben aus. Das nennt man natürliche Selektion.

Was ist ein Hühnerei?

Vögel sind wie alle Lebewesen Produkte dieser langwierigen Evolutionsprozesse. Es gab einen be- stimmten Zeitpunkt, an dem das erste Huhn aus einem Ei von zwei Nicht-Hühnern geschlüpft ist. Ist man der Meinung, dass dieses Ei als erstes Hühnerei gelten muss, weil daraus das erste Huhn geschlüpft ist, dann war das Ei vor dem Huhn da. Man könnte jedoch ebenfalls behaupten, dass das erste Hühnerei von der ersten richtigen Henne gelegt worden sein muss. In diesem Fall kam das Ei erst nach dem Huhn. Die korrekte Antwort hängt also davon ab, wie man „Hühnerei“ definiert. Die Auflösung des Problems ist zwar nüchtern, stützt sich jedoch auf wissenschaftliche Erkenntnisse. Wer kein Freund faktischer Analysen ist, der kann das Rätsel um Hühner und ihre Eier – oder Eier und ihre Hühner – nun beiseite lassen und sich Spekulationen zuwenden.

Fragen über Fragen

Die Henne-Ei-Problematik steht in der Philosophie stellvertretend für eine allgemeine Frage über Ursache und Wirkung. Wenn sich Hühner aus Dinosauriern entwickelt haben, was war dann zuerst da – der Saurier oder das Ei? Und was war vor dem Dinosaurier? Aufgrund der Tatsache, dass alle Lebewesen in einem gewissen Maße miteinander verwandt sind, lässt sich diese Fragerei bis zum Beginn des Lebens und darüber hinaus fortführen. Was war vor dem Leben? Was war vor der leblosen Materie?

Was war zuerst da?

Schlussendlich kommt man zu der entscheidenden philosophischen Frage: Was war vor Allem, das es überhaupt gibt? Wir wissen heute, dass unser Universum mehrere Milliarden Jahre alt ist und mit dem Urknall begonnen hat. Damit lautet die Frage: Was war vor dem Urknall? Wissenschaftlich betrachtet, muss man diese Frage als sinnlos bezeichnen. Mit dem Urknall begannen nämlich Raum und Zeit selbst. Daher kann vor dem Urknall keine Zeit vergangen sein, die zu diesem geführt hätte.

Ein Holzkopf erklärt

Rein philosophisch gesehen ist die Beziehung zwischen Henne und Ei etwas, das Selbstreferenz genannt wird. Dieser Begriff bezeichnet Aussagen, die sich auf sich selbst beziehen. Ein bekanntes Beispiel ist das „Lügner-Paradox“. Hier hilft Pinocchio mit seiner Nase aus. Sobald er lügt, wächst seine Nase. Soweit die Annahme. Wenn Pinocchio aber sagt: „Meine Nase wächst gerade!“ (obwohl das in diesem Moment gar nicht der Fall ist), was tut die Nase dann? Sie wächst. Denn die Aussage ist eine Lüge. Weil aber eben Lügen Pinocchios Nase wachsen lassen, handelt es sich um keine Lüge und die Nase wächst nicht. Diese Schlussfolgerung führt dazu, dass Pinocchio gleichzeitig lügt und die Wahrheit sagt!

Beziehungsfragen

Zurück zur Vogelwelt. Die Henne bezieht sich auf das Ei, weil sie daraus geschlüpft ist, und das Ei bezieht sich auf die Henne, weil es von ihr gelegt wurde. Das Ei ist die Ursache der Henne und die Henne ist die Ursache des Eis. Henne und Ei beziehen sich also auf sich selbst. Fazit: Mithilfe der Philosophie kommt man der Henne-Ei-Frage nicht näher, weil es notwendig ist, beide Begriffe wissenschaftlich eindeutig zu definieren. Die Hen- ne ist nicht einfach nur ein Wesen, das Eier legt, sondern ein Produkt der Evolution. Was die Holzpuppe anlangt, ist es physikalisch unmöglich, dass es etwas gleichzeitig wächst und nicht wächst. Das Henne-Ei-Problem bleibt ein philosophisches Paradoxon, das man nur auflösen kann, wenn man es einer gründlichen wissenschaftlichen Analyse unterzieht. Und wer hat darauf schon Lust?


Dieser Artikel wurde von Jakob Mohl verfasst.

Happy Huhn

Happy Huhn

Dieses Buch war für mich sehr überraschend, und das mehr in positivem Sinne, als im Negativem. Von außen betrachtet war ich anfangs eher nicht so begeistert. Ich dachte mir: eine YouTube Serie in Buchform? Es gibt in der heute digitalisierten Welt so einige „nachhaltig“ angehauchte YouTube Kanäle, die teilweise sehr gut aufbereitetes Wissen rund um das Thema Garten, Tier und Mensch verbreiten. Aber Happy Huhn kannte ich bislang gar nicht. Liest man aber das sehr enthusiastische und trotzdem kurzweilig verfasste Vorwort des Autors und YouTuber‘s: Robert Höck, bekommt man dann automatisch Lust auf mehr. Zur Erklärung: Robert Höck versucht seit 2008 durch seinen YouToube-Kanal auch andere Menschen für Garten- Tier- und Naturthemen zu begeistern. 2016 startete er mit seinen ersten Hühnervideos richtig durch. Die Idee, daraus ein Buch zu machen, kam für ihn genauso spontan.

Die Aufmachung dieser Lektüre ist Geschmackssache. Für mich sind die Seiten fototechnisch ein wenig zu überladen und auch die Qualität der Bilder hat mich nicht zu 100 Prozent überzeugt. Meine Mutter, die das Buch in einer Stunde verschlungen hat, war von den Bildern mehr als begeistert. Sie meint, dass die Fotos die Leidenschaft des Autors zum lieben Federvieh unterstreichen und verdeutlichen. Es kommt offensichtlich auf die Ansprüche und Erwartungshaltung jedes einzelnen Lesers an. Für mich persönlich ist die bildnerische Gestaltung dabei auch wichtig und in diesem Buch finde ich es nicht so gelungen.

Insgesamt hat das Buch 127 Seiten und ist für mich gut gegliedert und in interessante Kapitel eingeteilt. Auch bei diesem Werk habe ich wieder einiges rund um das hoffentlich glückliche Huhn erfahren. Tatsächlich wusste ich zum Beispiel nicht, dass alle Hühner dieser Erde ursprünglich vom Bankiva-Huhn abstammen sollen. Sehr hilfreich sind Seite zehn bis zwölf, auf denen der Autor zehn Fragen stellt, um herauszufinden, ob man ein geeigneter Hühnerhalter wäre. Dass Tierhaltung glücklich macht und warum die Philosophie von Robert Höck: Happy Huhn plus Happy Mensch, seine Philosophie ist, wird auf den darauffolgenden Seiten immer klarer. Da geht es vor allem darum, was ein Huhn trotz Gefangenschaft beziehungsweise Heimhaltung glücklich macht und was tiergerecht ist. Die Tipps und Anleitungen und auch Bauanleitungen sind dabei sehr praktisch und leicht nachvollziehbar. Im Anschluss daran dreht sich alles um die unterschiedlichen Rassen von Hühnern und welche für mich als Leserin geeignet sind. Darauf folgen Kapitel wie: Hühnerfütterung, Außengehege für Hühner planen, alles über Hähne, Gesundheitscheck beim Huhn, Hühner zähmen… Auch da ist bei mir wieder etwas hängen geblieben, und zwar beim Kapitel: Hühner zähmen – so gewinnt man das Vertrauen eines Huhns. Es gibt da eine, Schritt für Schritt Anleitung, wie man ein durchschnittliches Huhn zum Kuschelhuhn erzieht. Das fand ich persönlich sehr spannend! Es wird hier zwar auch auf den YouTube-Kanal zwecks besserer Anschaulichkeit verwiesen, aber nichtsdestotrotz finde ich den Zugang des Autors hier sehr gut. Abschließend widmet sich Robert Höck auf den letzten dreißig Seiten der Eigenarten der unterschiedlichen Hühnerrassen.

Fazit

Dieses Buch lädt ein, gemütlich im Garten sitzend ein bisschen in die Welt der glücklichen Hühner einzutauchen. Es ist kein Wissensbuch im eigentlichen Sinn aber es ist ein sehr guter Ratgeber für alle Hühnerliebhaber und zukünftigen Hühnerbesitzer, die hier in einer leichten und sehr unterhaltsamen Art und Weise lernen, wie ihre Hühner und sie selbst happy werden.

In diesem Buch ist der Titel „Happy Huhn“ Programm, das Hühnerglück steht bei ihm alltäglich im Vordergrund und das spürt man.

Titel: Projektbuch: Tierfreundlicher Garten – 40 einfache Bau- und Pflanzenkonzepte

Auflage: 1. Auflage

Autor/in: Bärbel Oftring

Verlag: BLV Buchverlag


Hinweis im Sinne der redaktionellen Leitlinien: Das Rezensionsexemplar wurde vom Verlag zur Verfügung gestellt.

Hühnerkalender

Hühnerkalender

Als eingefleischter Kalenderfan wird es für mich und auch viele andere wieder Zeit sich einen neuen Kalender für das kommende Jahr zuzulegen. Dabei muss es nicht so ein langweiliger Bürokalender wie im Bild oben sein, denn Kalender gibt es mittlerweile mit allen möglichen Motiven – so auch mit Hühnern. In diesem Beitrag möchte ich ganz kurz meine Top 4 Hühnerkalender für 2018 vorstellen und verlinke sie euch auch gleich auf Amazon falls ihr sie bestellen möchtet. Los geht’s:

Top 4: Chickens – Hühner 2018

Der „Chickens – Hühner“ Kalender von BrownTrout ist zwar viersprachig (Englisch, Deutsch, Französisch, Spanisch), aber dies stört meiner Meinung nach nicht – so kann man gleich die 12 Monate in anderen Sprachen lernen. 😉 Neben den netten Fotos gefällt mir an diesem Kalender vor allem der großzügige Platz für Notizen, welcher für jeden Tag eingeräumt wird.

Top 3: Bauernregeln 2018

Der „Bauernregel 2017“ Kalender ist kein klassischer Kalender für die Wand oder zum Aufstellen sondern ein witziger Familienplaner mit 5 Spalten. Zwar geht es hierbei nicht explizit um Hühner bzw. Geflügel, aber die lustigen Zeichnungen und Sprüche machen diesen Kalender für mich zu einen der besten Kalender für 2017.

Top 2: Der Hühnerkalender

Der Hühnerkalender mit Fotografien des bekannten Naturfotografen Wolf-Dietmar Unterweger ist schön groß und hat auch extra viel Platz für Notizen. Neben den tollen Hühnerfotos ist der Kalender liebevoll gestaltet und mit einigen Hühnerillustrationen ergänzt. Dieser Kalender vermittelt einfach nur idyllisch-fröhliches Landleben.

Top 1: Hühner 2018

Der Kalender „Hühner 2017“ erscheint seit mittlerweile seit 10 Jahren und das nicht ohne Grund: Der Kalender betitelt jedes Huhn mit seinem witzig liebevollen Namen. Doris und Gert oder Hubert und seine Mädels, das macht den Kalender wohl kaum massentauglich aber dafür außergewöhnlich und ist für alle „Hühnerverrückte“ ein absolutes Muss!

Wirklich schade finde ich persönlich, dass bei so gut wie jedem Kalender die Rassenbezeichnungen der Hühner fehlen. Klar, bei einigen Rassen ist es eindeutig aber eben nicht bei allen. Vor allem für Anfänger wäre dies sehr hilfreich.

Natürlich gibt es noch viele weitere Hühner-Kalender, dies stellt nur meine kleine Auswahl da. Sehr empfehlen kann ich auch den von vielen Privatpersonen selbst gemachten Kalender des Forums von Huehner-Info.de.

Für die ganz anspruchsvollen gibt es natürlich auch die Möglichkeit einen eignen Kalender zu gestalten und zu drucken. Am besten natürlich mit den eigenen Hühnern. 🙂

 

2017 ist das Jahr des Feuerhahns

2017 ist das Jahr des Feuerhahns

Das letzte Feuerhahn-Jahr begann 1957 und ging aufgrund der Abweichung des chinesischen vom gregorianischen Kalenders bis zum 17. Februar 1958. Da der chinesische Kalender einen 60-Jahre-Zyklus aufweist beginnt das nächste Feuerjahr am 28. Jänner 2017 – also begann es vor wenigen Wochen.

Chinesische Astrologen verdienen mit den abergläubischen Chinesen gerade gutes Geld. Diese sagen dem Volk vorher was das neue Jahr für sie bereit hält und geben Tipps wie man das Beste daraus machen kann. Dementsprechend wird das neue Jahr in China immer sehr feierlich begrüßt. Das Ziel hinter allen Feierlichkeiten ist es Glück, Erfolg und natürlich Geld anzulocken.

Was bedeutet das für mich?

Für alle abergläubischen oder auch nur neugierigen Hühnerhalter hier ein kurzer Einblick auf das Jahr des Feuerhahnes: Der Hahn steht für Selbstbewusstsein und Offenheit, jedoch möchte er auch bewundert und in seinen Taten bestätigt werden. Viele deuten dies als Aufforderung selbstsicherer zu werden und auf sein eignes Können zu setzen.


Hier erfährst du alles über die Hühnerhaltung mit oder ohne Hähne.

Freilandeier trotz Stallpflicht?

Freilandeier trotz Stallpflicht?

Neben vielen deutschen Bundesländern ist nun auch Österreich seit vergangenem Dienstag (10. Jänner 2017) offiziell „Gebiet mit erhöhtem Geflügelpestrisiko„. Die Verordnung wurde aufgrund des A-H5N8-Virus novelliert und somit herrscht auf dem gesamten österreichischen Bundesgebiet absolute Stallpflicht – sowohl für kommerzielle als auch private Hühnerhalter. Doch neben der, für Hobbyhalter meist schwer zu bewerkstelligenden, Stallpflicht gibt es noch weitere Einschränkungen: Wasser von Sammelbecken oder Seen darf zur Befüllung von Geflügeltränken nicht mehr verwendet werden. Besondere Sorgfalt gilt für die Reinigung von Beförderungsmitteln, Ladeplätzen und Gerätschaften mit denen das Geflügel in Kontakt kommt. Sollte der Verdacht auf Vogelgrippe bei einem Individuum vorliegen, muss sofort die zuständige Behörde und ein Tierarzt verständigt werden.

Stallpflicht und Lösungen

Die Stallpflicht stellt viele kommerzielle Hühnerhalter vor eine große Herausforderung: Denn laut den EU-Vermarktungsnormen für die Freiland-Ei-Zertifizierung darf die Bezeichnung „Freiland“ nach spätestens zwölf Wochen Stallaufenthalt nicht mehr verwendet werden. Da Freilandeier meist teurer verkauft werden können, stellt diese europäische Regelung für viele größere Geflügelhalter ein finanzielles Problem oder gar Risiko dar.

Doch auch dieses Problem lässt sich lösen: Mit Partyzelten. Ein Salzburger bemerkte in der erstmals seit 2006 wieder bundesweit gültigen Verordnung, dass Geflügel zwar in „geschlossenen Haltungseinrichtungen“ gesperrt werden muss, diese aber nur nach obenhin geschlossen sein müssen. Kurzerhand besorgte er für seine rund 200 Hühner Partyzelte und entließ sie wieder nach draußen auf die grüne Wiese. Da rund 20% der knapp 7 Millionen österreichischen Legehennen in Freilandhaltung leben, könnte bei Verbreitung dieser genialen Idee der Absatz für Partyzelte steigen – und das mitten im Winter. 😉


Weiterführende Informationen zur Vogelgrippe und deren aktuelle Ausbreitung in Europa.

Die Intelligenz des Haushuhnes

Die Intelligenz des Haushuhnes

Hühner werden oft als dummes Federvieh abgetan, wogegen Raben, Papageien oder andere Vögel regelmäßig als echte Intelligenzbestien bezeichnet werden. Obwohl unser Haushuhn uns schon seit Jahrtausenden begleitet, gibt es kaum Studien über die Intelligenz unseres Haushuhnes. Die Verhaltens- und Neurobiologin Lori Marino aus den USA hat diese Woche einen Artikel in einem Fachblatt veröffentlicht, der nahelegt, dass Hühner bei weitem nicht so dumm sind, wie von vielen gedacht.

Hühner in Forschung wenig beachtet

In der Forschung waren Hühner nie wirklich wichtig. Die letzte Studie die Hühner in den Mittelpunkt stellte war Ende der 30er-Jahre, und zwar vom deutschen Psychologen Erich Rudolf Jaensch unter dem Titel „Der Hühnerhof als Forschungs- und Aufklärungsmittel in menschlichen Rassenfragen„. Die Wissenschaftlichkeit dieser Untersuchung ist jedoch zu hinterfragen, stellt Jaensch doch Theorien über Nord- und Südformen der Hühnerrassen auf und meint, dass Hühner ähnliche Unterschiede wie die Nord- und Südformen beim Menschen aufweisen. Ein Paradebeispiel von NS-Ideologie verblendeter Forschung…

Ausgeprägtes mathematisches Denkvermögen

Die US-amerikanische Forscherin Lori Marino, die auch mit den als sehr intelligent geltenden Delfinen gearbeitet hat, meint „Hühner sind nicht so ahnungslos, wie man für gewöhnlich denkt“. Hühner haben laut Marino, die in ihrer Arbeit Jaensch natürlich nicht zitiert, unterschiedliche Persönlichkeiten, können ihre Artgenossen täuschen und können sogar deduktiv schließen – eine Eigenschaft die Menschen meist erst ab sieben Jahren entwickeln. Hühner besitzen sogar mathematisches Denkvermögen: So können selbst frisch geschlüpfte Küken zwischen verschiedenen Futtermengen unterscheiden. Auch eine gewisse Selbstbeherrschung wird ihnen zugeschrieben, denn sie verzichten zum Beispiel auf minderwertiges Futter, wenn sie wissen, dass sie besseres Futter bekommen können. Hühner können sogar ihre Stellung in der Hackordnung selbst beurteilen.

Dummes Federvieh?

Wie man sieht sind Hühner wesentlich intelligenter als bisher angenommen. Forscherin Marino ruft auf, mehr Forschung über das Haushuhn zu betreiben um noch mehr über die Intelligenz herauszufinden. Denn Hühner können wohl weit mehr als nur Eier- und Fleisch zu liefern.


Marino’s Artikel über Hühner zum Nachlesen (auf Englisch).