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Hühnergeschichten

Wachtel Elsa und der Schulbeginn

In paar Tagen ist es soweit – der erste Schultag steht an und die Wachtel Elsa ist schon ganz nervös. Sie bereitet sich gut darauf vor und packt Stifte, Hefte und ihren Glücksbringer in die Tasche. Ganz besonders freut sie sich aber auf ihre Schultüte und neue Freunde in der Klasse.

Nur noch einmal schlafen, dann geht es in der Früh los in die Volksschule, wo Elefanten, Zebras, Hunde, Katzen und andere Tiere warten. Sie haben alle das gleiche Ziel: Neues lernen! Zahlen, Buchstaben und Farben – das Alles sind Dinge, die die kleine Wachtel in den nächsten Wochen kennenlernt.

Wachtel im Gras!

Los geht´s!

„Kling Kling“ macht der Wecker und Elsa wacht an diesem sonnigen Montag, dem ersten Tag der Woche, im September, dem neunten Monat des Jahres auf. Jetzt heißt es Beeilung, denn es ist der erste Schultag. Die Wachtel-Mama hilft Elsa mit den vielen Sachen, die sie heute braucht. Jetzt müssen die beiden aber losfliegen, damit sie nicht zu spät ankommen.

Die Wachtel-Mutter bringt ihre junge Tochter noch zur Klasse und wünscht ihr einen schönen ersten Schultag. „Hallo, du musst Elsa die Wachtel sein. Schön dich kennenzulernen, wenn du möchtest zeige ich dir deinen Platz“, sagt die Giraffenlehrerin zu ihr. Pünktich um acht Uhr begrüßt die Lehrerin alle neuen Schüler*innen und fordert sie auf, sich kurz vorzustellen. Den Beginn macht sie als Giraffe, danach kommt das Nilpferd Herbert, dann der Bär Sammy und dann die Biene Alfie.

Nun ist die Wachtel an der Reihe! Sie steckt ihren Glücksbringer Ralf, das Schwein mit dem blauen Hut, unter den rechten Flügel und geht ganz nach vorne. Während sie an den vielen Tieren vorbeigeht, merkt sie, dass sie jeder anschaut und gespannt ist, was sie zu sagen hat. Bei der Tafel angekommen holt sie tief Luft und sagt:

„Hallo meine lieben Freunde, ich bin eine Wachtel und heiße Elsa. Im Durchschnitt werde ich 18 cm groß, wiege 300 g und werde bis zu 6 Jahre alt. Man findet mich in Europa und Westasien, ja sogar im fernen Afrika, auch wenn wir immer weniger werden, weil die Menschen leider meinen Lebensraum nutzen. Ich gehöre zu den Vögeln, genauer zur Gruppe der Hühnervögel und kann gut fliegen, weshalb in meinem Stall genug Platz sein muss. Zwar bin ich etwas schüchtern und verstecke mich gerne, aber ich bin friedlich und werde nach ein paar Tagen zutraulich.

Zuhause bin ich sehr ungern alleine, weshalb ich immer drei oder mehr Freunde bei mir haben soll – schließlich bin ich ja ein Gruppentier. Wir Weibchen sind ziemlich leise und ruhig, aber Männchen können manchmal ganz schön laut sein! Am liebsten esse ich Gurken, Kartoffeln, Salat, aber auch Obst wie Birnen und Äpfel. Ich lerne gerne Neues und freue mich auf eine schöne Zeit mit euch.“

Puh, alles gut gegangen und die ganze Klasse klatscht. Elsa ist sehr stolz auf sich und bekommt ein Lob von der Giraffenlehrerin. Auch einige Ziegen, Schafe und Käfer stellen sich vor und die kleine Wachtel freut sich so viele neue Freundschaften zu schließen.

Dann läutet es zur Pause. Die Giraffe kommt zur kleinen Elsa und sagt: „Ich bin besonders, weil ich eine blaue Zunge habe. Hast du auch etwas Besonderes?“ Da staunt die Wachtel nicht schlecht und erwidert:“Wow, so etwas habe ich noch nie gesehen. Aber ja, auch ich habe etwas Einzigartiges – die kleinen Eier, die ich lege, sind sehr gesund und schützen vor Krankheiten, denn sie enthalten viel weniger Cholesterin als zB Hühnereier!“ Die Lehrerin und die anderen Tiere sind begeistert davon und erzählen auch von ihren Eigenschaften.

Wachteleier im Nest

Aller Anfang ist schwer!

Zack, da ist die Pause auch schon um. Um sich besser kennenzulernen, hat sich die Giraffenlehrerin etwas Spaßiges überlegt. Sie möchte die junge Klasse zum krönenden Abschluss zum Spielplatz begleiten, um sich zu amüsieren! Im Gänsemarsch folgen die Klassenglieder einander und die Lehrerin bildet das verlässliche Schlusslicht. Die Gespräche verlaufen aufregend und die Tiere erzählen einander, was sie im Sommer erlebt haben.

Am Spielplatz angekommen schnappen sich alle gespannt eine Station und der Spaß beginnt. Gerade befindet sich der Elefant Benni auf der Schaukel und nimmt Schwung, aber auch die Wachtel möchte gerne an die Reihe und macht sich auf den Weg. Während sie marschiert, wird sie abgelenkt und wendet ihren Blick kurz ab. Und da passiert das Unglück! Durch die kurze Unaufmerksamkeit wird sie vom schaukelnden Benni erwischt.

Der Schlag trifft Elsa in vollem Schwung, sodass sie einen ungünstigen Fall erlebt und Schmerzen auf ihrem rechten Flügel erleidet. Sofort eilt die Giraffenlehrerin ihr zu Hilfe, doch alleine kann sie die Wachtel nicht versorgen. Also verständigt sie die Rettung und die Wachtel-Mama, die prompt eintrifft. Im Vogelkrankenhaus kann eine Prellung des Flügels festegestellt werden, die in den nächsten zwei Wochen abklingen soll.

Elsa ist bewusst, dass Benni nicht Schuld an dem Unfall ist, deshalb ärgert sie sich nicht über ihren neuen Freund. Aber der Elefant lässt den Vorfall nicht sein und beschließt die kleine Wachtel zu besuchen. Als Benni das Zimmer betritt, leuchten Elsas Augen auf, denn er hat Blumen und eine kleine Schultüte auf dem Rücken! Schnell scheint die baldige Genesung in Sicht.

Glück im Unglück

Noch muss Elsa aber geduldig sein und kurz bleiben. Zu jedem Glück gehört aber auch ein Glücksbringer. Doch wo ist er? Als die Wachtel ihren Beschützer sucht, wird sie einfach nicht fündig. Jetzt wird sie nervös – wie soll sie gesund werden ohne ihrem treuen Begleiter? Der kleine Vogel hat einen Verdacht: Ralf, das Schwein mit dem blauen Hut muss bei dem Sturz ins Gras gefallen sein.

Sofort macht sich die Wachtel-Mutter auf den Weg zum Ort des Geschehens. Dort bittet sie alle Klassenmitglieder mitzuhelfen und die Augen offen zu halten. Die ganze Klasse sucht nach dem Glücksbringer und leistet tolle Arbeit, denn sie sind erfolgreich. So kann Elsa schneller gesund werden und endlich wieder in die Schule gehen und etwas lernen.

Ein Neuanfang

Es ist wieder soweit, die Aufregung ist groß und Elsa ist voller Vorfreude, die ja bekanntlich die schönste Freude ist. Jetzt kann sie endlich wieder in die Schule und mitten im Geschehen sein. Wieder fliegt der kleine Vogel mit der Wachtel-Mama zur Volksschule, um rechtzeitig vor Ort zu sein. Als Elsa die Klasse betritt, bricht große Freude über das Wiedersehen aus. Außerdem sind alle aufgeregt, denn es geht heute auf eine Exkursion in den Teirgarten Schönbrunn. Natürlich kennen die Schüler*innen bereits viele Tiere, aber die Eisbärin hat in der Woche zuvor ein Jungtier auf die Welt gebracht und heute besteht die Möglichkeit, es zu betrachten.

Dies ist eine einzigartige Chance. An diesem Tag läuft alles rund, hoffentlich bleibt es das ganze Schuljahr für unsere Wachtel Elsa und ihre Freunde so! Ende gut, Alles gut, Wachtel gut!

Von Linda

Mein Name ist Linda und ich bin eine tierliebende Studentin.
Meine frühe Kindheit habe ich im wilden Osten bei meinen Großeltern am Bauernhof verbracht. Hühner, Hasen, Truthähne, Hunde, Kühe und andere Tiere haben dort meinen Alltag verschönert. Bis heute besuche ich meine Familie dort liebend gerne, um mir eine Auszeit zu gönnen und mich an dem Verhalten dieser faszinierenden Wesen zu entspannen. Selbst, wenn man das Gefühl hat sie auswendig zu kennen, erlebt man täglich neue Freuden und Erinnerungen, die man wieder und wieder erleben will.
So ist es mir ein natürliches Bedürfnis mein Glück und Wissen hier mit der ganzen Welt zu teilen und den Tieren einen kleinen Teil davon zurückzugeben, was sie mir geschenkt haben!

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